Kirchberg grüßt weit ins Land
In seiner Geschichte gab es nichts Aufregendes

Quelle: Heimatbuch Altenmarkt

Der Name Kirchberg wurde erstmals erwähnt, als ein „Cottepolt de Chirchperc“ um 1150 in Baumburg als Zeuge auftrat. Ansonsten wird wohl wenig vorgefallen sein, um den Ort mit seiner Kirche geschichtlich zu erwähnen, der die Autofahrer begrüßt, die sich Altenmarkt von Westen her nähern. 1434 ist z. B. urkundlich erwähnt, dass der Kirchenstandort auf einen Platz verweist, der im Gerichtsbezirk Trostberg immer wieder für ein Taiding (eine regionale Gerichtsverhandlung) diente. Die heutige Kirche dürfte um das Jahr 1480 – 1483 im spätgotischen Stil erbaut worden sein. Geweiht wurde sie 1483 zu Ehren von St. Peter und Paul von Bischof Georg II. vom Chiemsee. Sie weist ein schlichtes Netzgewölbe auf, dessen Rippen im Langhaus unmittelbar in die Wandpfeiler münden und im Chor auf Kragsteinen ruhen. Nur der Unterbau des Turmes besteht aus Mauerwerk der Gotik; denn zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde der Turm vom Erdgeschoß aufwärts neu erbaut. Im Jahre 1879 wurde die Kirche erstmals restauriert. 1901 entdeckte man bei einer erneuten Restaurierung unter dem Baumburger Pfarrer Franz-Xaver Geßl an der Westwand der Empore unter dichten Farbschichten die Jahrszahl 1481. Die Arbeiten führte damals der Maler Rauchensteiner aus Altenmarkt aus. Die letzte Renovierung liegt noch nicht so weit zurück, erst seit 1959.

In der Ausstattung der Kirche sind viele neugotische Elemente zu finden. So ist der gesamte Altaraufbau mit den weißgefassten Relieftafeln erst rund 110 Jahre alt. Die Reliefs stellen Szenen aus den Legenden beider Kirchenpatrone dar. Den neugotischen Altarschrein zieren spätgotische Figuren der beiden Kirchenpatrone und die hl. Maria mit Kind. Sie war Ziel einer kleinen, heute vergessenen Wallfahrt. Ein renaissancezeitliches Votivfresko mit Inschrift an der Nordwand des Chorraumes kündet davon. Es zeigt Alfons Voglsalver mit seinem Wappen und seiner ganzen Familie. Er war wohl bei einer Durchreise in Obing erkrankt. Nachdem er sich auf Kirchberg verlobte, wurde er wieder gesund. Beachtlich ist der Bestand an Figuren. Er umfasst eine spätgotische Madonna, einen wohl im 16. Jahrhundert geschnitzten St. Michael, die neugotischen St. Leonhard und St. Sebastian, ein barockes Kruzifix an der Südwand mit Rokokoengeln und als besonderen Blickfang eine zierliche Rokoko-Rosenkranzmadonna vor dem Chorbogen.

Heute gehört die Kirchberger Kirche zur Pfarrei Baumburg. Früher wurde sie von der Pfarrei Truchtlaching betreut. In der Sakristei der Kirche befindet sich eine Tafel aus dem 19. Jahrhundert, aus der der sehr große seelsorgerische Einzugsbereich der Kirchberger Kirche hervorgeht. Darauf werden folgende Orte genannt: Kirchberg, Dorfen, Zieglstadl, Au, Angermühle, Thalham, Massing, Wies, Kalchgrub, Oed, Rupertsdorf, St. Wolfgang, Berg, Ober- und Unterhilgen, Hasenbichl, Bromberg, Irling und Reit. Der im Nordosten des Friedhofes gelegene Karner, ein Beinhaus aus dem 16. Jahrhundert, wurde 1980 wieder hergerichtet. Die Kosten trug größtenteils das Erzbischöfliche Ordinariat. Es dient nun als Leichenhaus für die Toten aus den umliegenden Ortschaften Kirchberg, Dorfen, Thalham, Massing, Kalkgrub, Oed, Simmereit, Rupertsdorf, St. Wolfgang, Berg und Irling, die hier im Friedhof ihre letzte Ruhestätte finden. 1622 wurde für Kirchberg eine Glocke gegossen, 1832 eine größere Glocke angeschafft und feierlich geweiht.